Höfundar: Brian Pilkington, Alexander Schwarz þýddi

In Island gibt es dreizehn Weihnachtsmänner, die einer nach dem anderen ihre dunkle, feuchte und finstere Höhle im Innern des Hochlands verlassen, um in den dreizehn Tagen vor Weihnachten die isländischen Kinder zu besuchen. Die Kinder wissen natürlich, dass jeden Abend ein anderer Weihnachtsmann vorbeikommen wird, und so stellen sie allabendlich einen Schuh in ihr Schlafzimmerfenster und hoffen, dass sie, solange sie artig waren, ein kleines Geschenk erhalten werden! Waren sie jedoch ungezogen, erwartet sie der Tradition entsprechend eine alte Kartoffel!

Soweit die guten Nachrichten. Allerdings gibt es da auch noch eine andere Seite. Die Legende besagt nämlich, dass Grýla, die Trollmutter der Weihnachtsmänner, ungezogene Kinder in einen Sack steckt, in ihre Höhle bringt und sie dann in ihren Kochtopf wirft! Diese Angst hat sich bis in die moderne Zeit gehalten.

Und als ob Grýlas Ruf noch nicht schlecht genug wäre, müssen die armen Kinder auch noch mit der Weihnachtskatze fertigwerden – einem Tier, das enorm gefürchtet wird, wenigstens wenn ein Kind zu Weihnachten kein neues Kleidungsstück geschenkt bekommen hat … denn dann besteht die Gefahr, dass es von der Katze gejagt und gefressen wird!

Die Geschichten über die Weihnachtskatze scheinen aus einer Zeit zu stammen, in der Kinder bei der Kleiderherstellung mithelfen mussten. In Island mussten eben alle ihren Teil beitragen. Geschichten darüber, was die Weihnachtskatze Kindern antun würde, die kein neues Kleidungsstück zu Weihnachten geschenkt bekommen, haben sie vielleicht dazu angeregt, weiterzuarbeiten und wirkten über den langen, kalten und dunklen isländischen Winter vermutlich konzentrationsfördernd.

Ob die Reputation der bösartigen Katze in den Geschichten nun den Tatsachen entspricht, sei dahingestellt. Fest steht jedenfalls, dass sie nicht gerade die knuddeligste Katze der Welt ist … daran muss sich also etwas ändern.